Fotografie ist

Lohensteins Sicht

Schweiz, Wallis, bei Zermatt

Alle Bilder TMX100@100 in HC110B, 6'00'', 30/30-5, 20°C, 6x6.

Die nächste Welle (Elba)

Alle Bilder FP4+125@50 in HC110H, 9'00'', 30/30-5, 20°C, 6x6.

"Regarder la mer ..." (Alain Souchon / Lauent Voulzy: "La baie des foumis")

Una festa con le rane al lago (Elba)

Alle Bilder FP4+125@50 in HC110H, 9'00'', 30/30-5, 20°C, 6x6.

"Alone Together" (Miles Davis)

Bern, Berner Oberland, Kanderfirn

Alle Bilder TMX100@100 in HC110B, 6'00'', 30/30-5, 20°C, 6x6 aus 6x7.

α, Gruppe 4 (Elektroenzephalogramm)

Alle Bilder TX400@1600 in XTOL 1+3, 20'00'', 30/30-5, 20°C, 24x36.

α, Gruppe 3 (La confiance)

Alle Bilder TX400@1600 in XTOL 1+3, 20'00'', 30/30-5, 20°C, 24x36.

α, Gruppe 2 (Akzeleration)

Alle Bilder TX400@1600 in XTOL 1+3, 20'00'', 30/30-5, 20°C, 24x36.

Halleluwah

α, Gruppe 1 (Versetzung)

Alle Bilder TX400@1600 in XTOL 1+3, 20'00'', 30/30-5, 20°C, 24x36.

Hey you! You're losing, you're losing your vitamin C! (Damo Suzuki, Can)

Schweiz, Bern, Schwarzenburger Land, Steiglenau

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 6x6.

Fomapan 100@50 in R09, 1+100, 30/30-5, 11'30'', 20°C

Yellow green filter XO, Rodenstock Sironar N 5,6/150.

RF is the measured exposure time. Fomapan 100@50, here called FoPa, needs an adapted exposure time of 30 seconds instead of the measured 5 seconds. The development time adjustment would be -5%.

Yellow green filter XO, Rodenstock Sironar N 5,6/150.

Schweiz, Fribourg / Waad, La Grande Cariçaie

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Bern, Gantrischgebiet im Winter

Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Fribourg, Sensegraben an der Sodbachbrücke

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Bern, Botanischer Garten

Alle Bilder Ilford FP4+ in HC110H 1+63, 9 Minuten, 30/30-5, 20°C, Mittelformat.

Frankreich, Rivesaltes: konstruktivistische Studien

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Bern, Gantrisch - Zum Morgetenpass

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Bern, Innereriz

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Fribourg, Schwarzsee

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Bern, Dählhölzi

Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, sowie Rollei Ortho 25, R09, 1+100, 10'00'', 30/30-5, 20°C, alle 4x5.

Heitenried und das Licht

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Was ist ein Bild?

»Das Bild stellt die Sachlage im logischen Raume, das Bestehen und Nichtbestehen von Sachverhalten vor.« (2.11) »Dass sich die Elemente des Bildes in bestimmter Art und Weise zu einander verhalten, stellt vor, dass sich die Sachen so zu einander verhalten. Dieser Zusammenhang der Elemente des Bildes heiße seine Struktur und ihre Möglichkeit seine Form der Abbildung.« (2.15) »Was jedes Bild, welcher Form immer, mit der Wirklichkeit gemein haben muss, um sie überhaupt - richtig oder falsch - abbilden zu können, ist die logische Form, das ist, die Form der Wirklichkeit.« (2.18). - »Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie - auf ihnen - über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.) Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.« (6.54) »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.« (7) Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus. (Link)

Natürlich spricht Wittgenstein über die logische Abbildung. Nicht über Bilder der Kunstgeschichte. - Wirklich? Haben nicht auch Gemälde, Fotografien, eine bestimmte Logik, einen Kalkül, mit dem sie funktionieren und überzeugen? Ob sie überzeugen, ob der Kalkül die vorgefundene Wirklichkeit »wirklich« abbildet, das lässt sich nach Wittgenstein nicht entscheiden. Man müsste dazu ja außerhalb der Wirklichkeit stehen. Aber sich so radikal zu verhalten, dass man fogerichtig schweigen müsste, wäre alles (Tauto-)Logische ausgesprochen - was nurmehr eine Art mystische Schau zuließe: das ist m.E. ein Irrweg. Denn: schon zu behaupten, das Nichtaussagbare, also die Beurteilung der Beziehung des Abbildenden zum Abgebildeten, sei nur der Schau zugänglich, wenn überhaupt, ist schon eine metaphysische Aussage, die Wittgenstein in 6.54 verwirft. Wittgenstein genehmigte sich in Satz 7 diese Metaphysik. Hätte er eigentlich nicht dürfen, denn sein »muss« geht - genauso wie die Kunst übrigens auch, und damit auch die Bilder der Kunstgeschichte - über die tautologische Abbildung logischer Sachverhalte hinaus. Aber er gab ja zu, dass er »Unsinn« redete. - Doch andere kamen gar nicht auf diesen Pfad: z.B. Edmund Husserl, der diese Frage einfach ausklammerte, als irrelevant.

Für Edmund Husserl und seine verschiedenen Nachfolger, wie z.B. den phänomenologischen Ästhetiker Moritz Geiger, ist es die »Einstellung«, die Erkenntnis liefert. Phänomenologische Ästhetik interessiert sich für gestalterische Strukturen und die »allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der ästhetischen Werke, für die prinzipielle Art, wie sie in ästhetischen Gegenständen ihr Fundament finden.« Geiger, Moritz: Phänomenologische Ästhetik. -in: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft. 9/1925. S. 29-42, S. 34. Das Bild als ästhetischer Gegenstand fundiert also folgerichtig gestaltete Strukturen, Prinzipien, die im Werk zur Anwendung finden, und diese gilt es zu erkennen. Die Frage nach dem »Was« eines Bildes ist also eigentlich eine solche nach dem »Wie« einer Gestaltung. Diskussionen, wie die über die Beuyssche Putzfrau vor der »Fettecke«, erörtern ja nicht die gestalterischen Strukturbildungen am Werk. Ob aber ein solches Werk Kunst sei, das hängt für den Ästhetiker davon ab, ob er eine Einstellung dazu finden kann, die die Gegenstand zu einem ästhetischen macht.

Um eine Einstellung zu finden, durchläuft der Ästhetiker eine komplexe Ausbildung, die ihn zu eigenständigen Studien befähigt. Das ist jedoch Kunstwissenschaft, kunsthistorische Feldforschung, die Sicherung der Gegenstände sowie ihre wissenschaftliche Erforschung, Expertise also - nicht aber Kunstkritik, auch wenn der Laie gerade von der Kunstkritik eine Klärung erwartet, was ein Bild und was ein Kunstwerk sei. Kunstkritiker wollen Interesse am Kontext wecken und der oder die Leserin in eine Galerie oder in ein Museum bringen. Es geht hier um den sozialen, ökonomischen, ideellen, politischen, juristischen, allgemein: den kulturellen Kontext des Werkes, um die Kulturpraxis. Für das Werk selbst bleibt dieser jedoch oft akzidentiell, eine Zutat, und kontingent, ein Zufall. Vgl. Zembylas, Tasos: Kunst oder Nichtkunst. Über die Bedingungen und Instanzen ästhetischer Beurteilung, Wien: WUV-Universitätsverlag, 1997.

Schweiz, Bern, Schwarzenburgerland, Sensegraben

Alle Bilder Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, 4x5.

Schweiz, Bern, Bantiger und Mänziwilegg

Fomapan 100@50 in R09 1+100,11'30'', 30/30-5, 20°C, sowie Rollei Ortho 25, R09, 1+100, 10'00'', 30/30-5, 20°C, alle 4x5.

»Ich habe gelernt, das Mauern einer Mauer zu mauern«

Manche wollen einem weismachen, bestimmte Objektive taugten zu keinem brauchbaren Ergebnis. Das untersucht einer mit erheblichen Aufwand an Nikkoren. Er benutzt dazu ein Stativ, eine Nikon F5, Fuji Velvia 50, eine gewissenhaft positionierte Backsteinmauer, vielleicht sogar eine Beleuchtungsanlage, aber darüber schreibt er nichts. Die Backsteinmauer wird pro Blendenschritt drei Mal abgelichtet, ob mit oder ohne Spiegelvorauslösung: das ist unklar. Bei einem Blendenumfang von 9 Lichtwerten verfügt er mithin über 27 einzigartige Aufnahmen jener Backsteinmauer. Kommen die Filme von der Entwicklung - bei wem eigentlich? - zurück, werden sie sogar unter dem Mikroskop begutachtet!

Fuji Velvia 50 kostet Geld, auch dessen Entwicklung, auch eine F5 kostet, v.a. im Unterhalt, Stichworte: Batterieverbrauch, Griffgummiersatz, Wartung und Instandhaltung. Unser Gewährsmann lässt es richtig krachen, über 100 Objektive hat er seinem Bekunden nach »ausgetestet«. Man sieht ihn unter dem Mikroskop, in 15-40facher Vergrößerung, in die 2700 Bilder förmlich eintauchen, um großflächige Vignettierung oder Diffraktion zu untersuchen ...

100 Objektive. Bei rund 20 Euro pro Film und Objektiv macht das inklusive inklusive Entwicklung 2000 Euro allein für das Filmmaterial. Schön, dass immer wieder Leute im Lotto gewinnen. Erwähnte ich schon, dass Zeit auch was kostet?

Wegen Homer Simpson und seiner verdammten Backsteinmauer wird es irgendwann keinen Fuji Velvia 50 mehr geben. Eine schwere moralische Verfehlung, keine lässliche Sünde!

Halt! Es geht unserem Gewährsmann schließlich darum, Fotos zu veröffentlichen. - Ok, nicht, dass irgend jemand an Abbildungen einer Backsteinmauer interessiert wäre, die immerhin in unterschiedlichen Aufnahmeabständen, mit verschiedener Brennweite und einem Maximum möglicher Blenden aufgenommen wurde und darüber hinaus auch noch in je drei Dias pro Blendenstufe, um Verwacklungsfehler zu umgehen. Nein, die erschöpfend »ausgetestete« optische Qualität soll ein rationelles Arbeiten in der »richtigen« bildmäßigen Fotografie ermöglichen. Filmvernichtung also mit professionellen Background. Sollte man meinen, solange man davon ausgeht, dass ein professioneller Elektriker 100 verschiedene Schlagmeißel austestet, nur weil er irgendwann einmal eine Steckdose in die Backsteinwand setzen soll. - Zum Glück bin ich kein Profi.